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The week

from 20. until 26. June 2019

SPD

Neu im Kabinett

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Foto: Getty Images

Es hat gedauert, bis die SPD eine Nachfolge für Bundesjustizministerin Katarina Barley, die ins Europaparlament wechselt, gefunden hat. Der Andrang auf den Posten hielt sich in Grenzen, nun ist es Christine Lambrecht geworden, zum Favoritinnenkreis zählte sie vorher nicht. Die Juristin kommt aus Hessen, gehört zum linken Parteiflügel und hat seit 1998 ein Bundestagsmandat. Sie saß jahrelang im Rechtsausschuss, in der Vorgängerkoalition war sie Fraktionsgeschäftsführerin, ihre bis dahin größte Bühne, auf der sie eher blass blieb. In der aktuellen Legislatur war sie bisher Staatssekretärin im Finanzministerium. Zu ihrem juristischen Hintergrund dürfte der neue Job sicher besser passen. Martina Mescher

Arbeit

Atypisch weiblich

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Foto: Imago Images

Prekäre Beschäftigung ist in Deutschland nach wie vor weiblich. Das zeigen die jüngsten Zahlen einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung: 30,5 Prozent der kernerwerbstätigen Frauen und 12,2 Prozent der Männer sind atypisch beschäftigt, Erstere meist in Teilzeit oder Minijob, Letztere in Leiharbeit oder mit befristeten Verträgen. Geringqualifizierte sind weitaus stärker von prekären Arbeitsbedingungen betroffen als Menschen mit Ausbildung oder Hochschulabschluss. Auch regional zeigen sich Unterschiede: In Ostdeutschland ist die Quote atypischer Beschäftigung mit unter 18 Prozent deutlich geringer als im Westen, wo sie zwischen 18 Prozent (Hamburg) und 26 Prozent (Bremen) liegt. Elsa Koester

Schottland

Kampfansage

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Foto: Getty Images

Sollte Boris Johnson als britischer Premier die Amtsgeschäfte übernehmen, wäre das ein Grund für die schottische Unabhängigkeitsbewegung, sich stärker bemerkbar zu machen. Davon ist Nicola Sturgeon, Regierungschefin in Edinburgh, überzeugt. Ein weiteres Referendum über die Selbstständigkeit Schottlands werde die Folge sein. Das letzte Votum dieser Art hatte es 2014 gegeben. Seinerzeit entschieden sich 55,3 Prozent für den Verbleib im Vereinigten Königreich, 44,7 Prozent wollten die Souveränität. Ob Schottland mit einer Volksabstimmung den „katalanischen Weg“ einschlägt, bei dem nicht auf ein Plazet aus London gewartet wird, dürfte sich in den nächsten Monaten ergeben. Lutz Herden

Waldbrände

Hitze und Dürre

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Foto: Imago Images

Mehr als 1.700 Wälder brannten im vorigen Jahr, das teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Im Vergleich zu 2017 hat sich die Zahl vervierfacht. Die Brände zerstörten 2.349 Hektar Wald. Wegen sandiger Böden und Kiefernwald ist Brandenburg das Land, das am stärksten gefährdet ist, dort gab es 2018 die meisten Waldbrände, gefolgt von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Bis sich Flächen vom Waldbrand erholen, dauert es Jahrzehnte. Experten warnen davor, dass Trocken- und längere Hitzeperioden in Folge des Klimawandels die Entstehung der Brände befördern. In diesem Jahr wurde in Brandenburg schon im April die höchste Gefahrenwarnstufe ausgerufen. Martina Mescher

Brasilien

Parteiliche Aufklärer

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Foto: Imago Images

Die Investigativplattform Intercept Brasil legt nach. Verwiesen wird auf weitere Akte massiver Parteilichkeit in der Korruptionsbehörde Lava Jato. Jüngst wurde zum Fall des früheren linken Präsidenten Lula enthüllt: Es gab stets Absprachen zwischen dem damaligen Untersuchungsrichter Sérgio Moro (derzeit Justizminister) und den Staatsanwälten, um eine Verurteilung zu beschleunigen. Jetzt berichtet das Portal amerika21, der rechtsbürgerliche Staatschef Fernando Henrique Cardoso (im Amt 1995 bis 2003) sei gezielt geschützt worden, obwohl belastendes Material wegen Bestechung gegen ihn vorlag. Erst als die Fälle verjährt waren, kam es 2017 zu ernsthaften Ermittlungen. Lutz Herden