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Bonner Kölsch

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Das stille Leiden des Willy Brandt

Foto: Imago/Sven Simon

Der 19. November 1972 markiert den Zenit der deutschen Sozialdemokratie. Nie zuvor hat sie und nie wieder danach wird sie ein solch starkes Ergebnis einfahren wie am Abend dieser Bundestagswahl. Über der kleinen Bundeshauptstadt Bonn am Rhein scheint sich der übliche Herbstnebel zu lichten, und es riecht nach Reform.

Doch dem Mann, der dies möglich gemacht hat, ist im Wahlkampf die Stimme abhandengekommen. Am nächsten Tag schon muss sich Willy Brandt in eine Spezialklinik begeben, während die Genossen Wehner, Ehmke und Schmidt bei den Koalitionsverhandlungen mit der FDP die Strippen ziehen und um Positionen ringen. Auch die junge Logopädin Sonja Engel in Brigitte Glasers Roman Rheinblick ist von Brandt fasziniert. Er wirk…

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