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Hölle am Küchentisch

Ambulant vor stationär: Das war das Mantra, mit dem die ehemalige SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ihre Pflegereform 2008 begleitete. Damals wurden die Weichen gestellt für das ambulante Pflegemanagement, das auch das Recht auf Pflegezeit für Berufstätige beinhaltete. Es handelte sich um eines jener janusköpfigen Gesetze, das zwar einerseits den Wünschen der Betroffenen entgegenzukommen scheint, andererseits aber auch von etatistischen Überlegungen bestimmt ist. Denn schon damals war zu sehen, dass das Gros der alten Menschen nicht stationär würde versorgt werden können, nicht nur, weil dafür die Mittel, sondern auch die Pflegekräfte fehlen.

Deshalb leben von den heute über drei Millionen Pflegebedürftigen drei Viertel zu Hause und werden von 4,7 Millionen Angehörigen gepflegt, Te…

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