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Daumen-hoch-Kino

Er folgt ihr durch die Straßen von New York. Sie bemerkt ihn nicht. Er macht Fotos von ihr, bis er sie im Gewühl verliert. Eins dieser Fotos findet sich in Blinder Fleck von Teju Cole, daneben die kurze Beschreibung der Verfolgung, die so endet: „Auf Instagram heißen die, die sehen, was du sahst, Follower. Das Wort eröffnet ein bedenkliches Feld.“ Bevor man sich in Gedanken über Privatsphäre und Plattformkapitalismus verliert, nimmt der Autor einen auf der nächsten Seite mit nach Paris ins Jahr 1981. Damals hat die französische Künstlerin Sophie Calle über ihre Mutter einen Privatdetektiv anheuern lassen. Er beschattet sie, denkt er, während sie ihm ihre Lieblingsorte zeigt. „Er sieht nur, was sie ihn sehen lassen will“, schreibt Teju Cole. Der amerikanisch-nigerianische Autor wiederum …

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