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Leben am Rand

An einem heißen Sommertag im Juni überschneiden sich unsere Welten zum ersten Mal. Ein kleines Open Air im Kölner Industriegebiet, der Weg führt bis zum Wendehammer, am Metallrohr die Böschung runter in die Büsche. Die Luft flirrt und die Männer sitzen auf Klappstühlen neben ihren Lastwagen und kochen Tee. Irgendwann später sitzen sie zwischen uns auf der Wiese, zwischen den hunderten fluoreszierenden Armbändern. Sie lachen, trinken, tanzen, rufen: „Musiki, Musiki!“ Sie reden in einer Sprache, die wir nicht verstehen. Und ich denke zum ersten Mal: Was sind das für Menschen, die da am Wochenende in einem Industriegebiet darauf warten, weiterfahren zu können, weit weg von zu Hause? In was für einer Welt leben sie? In einer Welt aus dreckigen Straßengräben und Wellblechindustriehallen, aus…

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