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„Gerechtigkeit geht auch durch den Magen“

Carlo Petrini sagt, er kann sich noch ganz genau daran erinnern, wie bei seinen Großeltern zu Weihnachten und zu Ostern auch immer dieser fremde Mann mit ihnen am Tisch saß. „Als Kind dachte ich, der ist ein komischer Kauz. Aber dass er an diesen Feiertagen bei uns aß, war eine Selbstverständlichkeit.“ Und wenn er so zurückdenke, erzählt der Gründer der Slow-Food-Bewegung, habe ihn diese Einstellung, diese forma mentis gegenüber seinen Mitmenschen, viel mehr gelehrt als jegliche politische Grundsatzerklärung.

Petrini, 68 Jahre, spricht zu den Besuchern des Migranti-Film-Festivals, das vom 10. bis 12. Juni in Pollenzo stattfindet. Wie der Name schon sagt, stehen hier Zuwanderer und Flüchtlinge im Mittelpunkt. Fremde kommen sonst nach Pollenzo, einen Ortsteil von Bra im Piemont, um römisc…

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