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Ende des Bail-outs

Ein Wolkenmosaik schießt aus dem Boden hervor und wächst, bis es in der Höhe in weißen Nebelschwaden verschwindet. Lediglich die dünnen, rechteckigen Nähte im Mosaik verraten die Illusion des Büroturms aus Glas und Stahl. Architektur aus einer Ära, in der Gebäude als Kapitalanlagen statt als Wohn- und Arbeitsräume konstruiert wurden. Heutzutage schmeckt sie so fad und utilitaristisch wie ein betongrauer Sowjetbunker.

Die Älteren unter uns haben den Kapitalismus noch in lebendiger Erinnerung. Doch für eine jüngere Generation, die nach den scheinbar endlosen Zyklen von Finanzkrisen, Bail-outs und internationaler Destabilisierung in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts aufgewachsen ist, ist Kapitalismus kaum mehr als ein abstraktes historisches Irrkonstrukt, das Mittelstüfler in Sozialku…

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