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Der Proll im Visier

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Böke blickt über die gedüngten Rasen der Siedlungen, in denen Verlierer um ihre Grills hocken Foto: CTK Photo/Imago

Alright, der Kampf geht weiter. In seinem neuen Gedichtband Morbus Heimat schlägt Ruhrpott-Rimbaud Urs Böke wieder zu; prügelt ein auf mülltrennende Vorstadtandroiden, die „Flüchtlingen den Unterschied zwischen Einweg und Mehrweg“ erklären. Böke trifft zielsicher: „90°-Winkel sind aus unseren / Gärten verschwunden / Rattengift streuen wir / nur einmal im Jahr // Dann wenn wir sicher sind / dass kein Nachbar guckt“. Bezeichnend ist, dass Böke, anders als der gemeine, vermeintlich linke Underground-Autor, seine Gegner nicht ausschließlich unter Wutbürgern, der Geld-Elite oder in der neuen Spießermitte findet, sondern auch die Trägheit des abgefuckten Prolls ins Visie…

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