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Epoche auf Abstand

Wie ein Geist bewegt sie sich am Hof des Gouverneurs. Dessen Topografie ist ihr rätselhaft vertraut. Lautlos wandelt sie durch seine Gemächer, verbirgt sich listig in den Kulissen. Unbemerkt nimmt die Frau in schwarz teil am höfischen Leben. Wenn sie den Herrscher und seine Frau von einem Dachbalken aus belauert, scheint es fast, als befände sie sich auf dem Schnürboden einer Theaterbühne.

Der ungebetene Gast trägt einen sprechenden Namen: Yinniang bedeutet „das unentdeckte Mädchen“. Eigentlich soll sie (Shu Qi) den Fürsten der abtrünnigen Provinz Weibo ermorden. Ihre Auftraggeberin bezichtigt ihn der Korruption. Aber beim ersten Versuch zögert die Attentäterin; sie bringt es nicht übers Herz, Tian (Chang Chen) im Beisein seines kleinen Sohns zu töten. Auch bei späterer Gelegenheit zaud…

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