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Eine Favela ist kein Zoo

„Sehen Sie sich dieses Haus an“, sagt Nivia Bruno Ribeiro und zeigt auf eine kleine, von üppiger Vegetation verdeckte Behausung ganz oben auf der Anhöhe von Babilônia, einer Favela im Süden von Rio. „Früher wurden alle Wohnungen hier so gebaut, mit pau a pique“ (Lehm und Bambus). Über einen unbefestigten Weg, auf dem überall das gelbe Fruchtfleisch der Jackfrucht verspritzt wurde, gelangen wir zu Nivias eigenem blauen Holzhaus, von dessen Terrasse aus man in der Ferne ein kleines Stück Meer sehen kann. Außenstehende kommen selten in diesen Teil der Favela. Die Wege führen so nah an den Häusern der Menschen vorbei, dass man sich wie ein Eindringling fühlt.

Es gibt zwei Theorien, warum diese Favela, eines der etwa tausend informellen Quartiere in Rio, Babilônia genannt wird: Manche sagen,…

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