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Gebranntes Kind

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Aber was, wenn man seinen eigenen Schatten nicht mehr sehen kann? Was, wenn Macht zum Lebenssinn wird?

Foto: Carlos Herrera/dpa

„Weil der Präsident das Volk ist“, so begründete Daniel Ortega 1985 seine erste Wahl zum Staatschef nach der Sandinistischen Revolution. Die vereinfachte Gleichsetzung sollte den kleinen Leuten, den Armen und Analphabeten in Nicaragua, sagen, dass er und die Sandinistische Befreiungsfront (FSLN) in ihrem Interesse regieren würden. Da lagen aber sechs Jahre der Revolution hinter ihm, eine Zeit aufbrechender Differenzen über Gegenwart und Zukunft des Landes nicht nur unter den fünf Mitgliedern des 1979 eingesetzten Regierungsrates, auch innerhalb der FSLN selbst. So fügte Ortega, an alle gewandt, damals hinzu: „Wir übernehmen diese Funktion als Kamerad Pr…

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