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Gin? Dschinn!

Eine große Moschee ragt in den Himmel von Dresden empor – so erscheint es zumindest, als unser Bus Richtung Altstadt fährt. Auf der Kuppel steht in großen Lettern Yenidze, der türkische Name einer Kleinstadt, die heute in Griechenland liegt. Das Gebäude soll, als es Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, wegen seiner orientalisierenden Formen (Minarette!) heftige Anfeindungen erfahren haben. Der Bauherr, der darin eine Tabak- und Zigarettenfabrik beherbergte, konnte jubilieren: Yenidze war in aller Munde.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dort, wo hundert Jahre später wieder Bürger, diesmal gegen die sogenannte Islamisierung des Abendlandes und gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf die Straße gehen, die Ausstellung Made in Dschermany gezeigt wird. Sie dreht sic…

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