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Geschichte wird gemacht

„First Person Plural“. Oder anders: Ich ist viele. Die Identitätsspaltung, die Lynn Hershman Leeson hier andeutet, gilt wohl für alle. Zumal in der digitalen Welt, in der sich mit jedem Account ein neues Selbst erschaffen lässt. Die amerikanische Medienkunstpionierin hat die ersten Teile ihrer Electronic Diaries so genannt. Vier dieser elektronischen Tagebücher aus den Jahren 1984 bis 1996 sind derzeit in einer ausgelagerten Ausstellung der Kunstwerke Berlin zu sehen – auf großen Leinwänden in einer leer stehenden Gewerbehalle. Lynn Hershman Leesons Blicken entkommt hier niemand.

Wobei die Künstlerin lieber entpersonalisiert von einem Individuum spricht, das uns in einer Art Beichte mit seinen Ängsten konfrontiert. Die Protagonistin, die Hershman Leeson verkörpert, erzählt von Kindesmis…

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