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The week

from 14. until 20. June 2018

Bamf

Skandalverpuffung

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Foto: Imago

Über die Vorwürfe, die gegen die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration (Bamf) erhoben wurden, redet keiner mehr. Korruption, rechtswidrige Asylanerkennungen? Der Skandal hat sich als einer entpuppt, der keiner war. Inzwischen beschäftigt man sich mit dem Mangel an qualifiziertem Personal im Bamf, die Zustände dort sind allerdings seit Jahren bekannt. Ex-Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat dafür im Innenausschuss die Verantwortung übernommen. Horst Seehofer hat die Leiterin des Bamf, Jutta Cordt (Foto), entlassen. Das wirkt wie ein Bauernopfer. Seehofer will den Posten nun mit Hans-Eckhard Sommer aus Bayerns Innenministerium besetzen. Martina Mescher

Brasilien

Alles muss raus

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Foto: Imago

Die Regierung von Präsident Michel Temer will vor den Wahlen am 7. Oktober für vollendete Tatsachen sorgen. So werden derzeit Staatsunternehmen im Energiesektor privatisiert. Der Branchenprimus Eletropaulo ging bereits an die italienische Firma Enel. Auch das Energieunternehmen Eletrobras sollte verkauft werden, doch wurde die Transaktion zunächst durch ein Gericht gestoppt, schreibt das Portal amerika21. Eletropaulo ist der Energieversorger für sieben Millionen Haushalte in São Paulo, was dem Erwerber Enel 1,2 Milliarden Euro und den Kauf von 122 Millionen Aktien an der Börse von São Paulo wert war. Der spanische Konzern Iberdrola war als Interessent überboten worden. Lutz Herden

Kolumbien

Vertrag in Gefahr

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Foto: Getty Images

Für das Friedensabkommen zwischen dem Staat und der FARC-Guerilla könnten die Tage gezählt sein. Der beim Stechen um die Präsidentschaft mit 54 Prozent siegreiche Bewerber Iván Duque vom rechten Centro Democrático will wesentliche Passagen des Vertrages nachverhandeln. Besonders die den Rebellen verbürgte Amnestie steht in Frage. Duques Konkurrent Gustavo Petro vom Linksbündnis Colombia Humana, der auf 42 Prozent kam, verwirft hingegen jede Revision, um den inneren Frieden nicht zu gefährden. Der neue Staatschef will auch mit den ELN-Rebellen verhandeln, muss aber mit deren Rückzug rechnen, sollten Vereinbarungen mit den FARC kassiert werden. Lutz Herden

Jemen

Offensive gegen Hudaida

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Foto: Getty Images

Der Kompromissvorschlag von Martin Griffiths wird ignoriert. Der UN-Sonderemissär für den Jemen wollte die umkämpfte, von den Huthi gehaltene Hafenstadt Hudaida unter UN-Kontrolle stellen, damit sie als Umschlagplatz für humanitäre Hilfe erhalten bleibt, doch die Kriegsparteien verweigern sich. Stattdessen greift die von Saudi-Arabien geführte Allianz Huthi-Stellungen in Hudaida weiter aus der Luft an. Zugleich rücken Bodentruppen der jemenitischen Exilregierung mit Soldaten aus den Vereinigten Arabischen Einheiten vor. Die Huthi-Verteidiger sollen am Wochenende bei ersten Häuserkämpfen bereits den Flugplatz der 250.000 Einwohner zählenden Stadt verloren haben. Lutz Herden

Audi

Vollgas in den Knast

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Foto: Imago

Audi-Chef Rupert Stadler (Foto) hat es geschafft: Er ist der erste Vorstandsvorsitzende eines deutschen Autokonzerns, der wegen der Abgasaffäre hinter Gitter wandert. Am Morgen wurde Stadler festgenommen, eine Ermittlungsrichterin ordnete wenig später Untersuchungshaft an. Begründung: Es bestehe Verdunkelungsgefahr. Gegen Stadler wird seit Ende Mai wegen Betrugs ermittelt. Konkret geht es um den Verdacht, Stadler habe schon Ende 2015, also lange vor Bekanntwerden der Manipulation an Abgaswerten, davon gewusst, aber nichts unternommen, und es so zugelassen, dass manipulierte Fahrzeuge zum Verkauf gelangten. Die VW-Aktie verlor nach Stadlers Verhaftung drei Prozent. Pepe Egger