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1968: Ende einer Ruine

Von Hitler missbraucht und von Ulbricht gemeuchelt“, ist auf einem der Transparente zu lesen, als im Oktober 2017 mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche begonnen wird. Gleich zwei „Lügenden“, wie Luther sagen würde. Als wären zwölf Jahre NS-Diktatur ein „Vogelschiss“ gegen dreihundert Jahre „Geist von Potsdam“, und als hätte Walter Ulbricht 1968 angewiesen, die Turmruine ausgerechnet an einem Sonntag zur Gottesdienstzeit zu sprengen, ungeachtet weltweiter Empörung. Wenn der SED-Chef so darauf versessen war, warum hatte er dann nicht gleich nach Kriegsende gehandelt? Und überhaupt: Weshalb kommt die Nachfolgegemeinde in der Kampagne der „Stiftung Garnisonkirche Potsdam“ so gar nicht vor?

Der 1735 errichtete Bau an der Breiten Straße überragte einst mit seinem 88 Meter hohem Turm alle an…

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