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The week

from 10. until 16. June 2021

Mexiko

Erinnerung an Massaker

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Foto: Picture Alliance/Associated Press/Marco Ugarte

Im Gedächtnis der mexikanischen Linken ist dieses Ereignis ebenso verankert wie die Entführung und Ermordung von 43 Studenten am 26. September 2014 in Ayotzinapa. Es war am 10. Juni 1971, als die „Halcones“ (Falken) – ultrarechte, von der Regierung geduldete Paramilitärs – einen Protestzug von 10.000 Studenten in Mexiko-Stadt angriffen. Die Polizei schaute weg, die „Halcones“ richteten mit Bambusstöcken und Gewehren ein Massaker an. 120 Menschen starben. 50 Jahre später gab es zur Erinnerung einen „Marsch zum Haus des Massenmörders“, wie das Portal amerika21.de schreibt. Er galt dem damaligen Präsidenten Echeverría, der diesen Staatsterror zu verantworten hatte. Lutz Herden

Peru

Anfechtung der Wahl

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Foto: Getty Images

Eine Präsidentenwahl bleibt vorerst ohne Sieger. Noch hat sich das Oberste Wahlgericht (JNE) in Peru nicht zu einer Mitteilung durchringen können, wer die Abstimmung am 6. Juni gewonnen hat. Es ist zwar bekannt, dass die Rechtskandidatin Keiko Fujimori weniger Stimmen als der linke Bewerber Pedro Castillo erhielt, doch gelang es dem Fujimori-Lager bisher, die offizielle Bekanntgabe mit juristischen Mitteln zu verhindern. Zunächst sollte die Frist für den Antrag, zehn beanstandete Wahlprotokolle zu überprüfen, verlängert werden, dann revidierte das Oberste Wahlgericht diese Entscheidung wieder. Fujimori will 200.000 Stimmen für ungültig erklären lassen. Lutz Herden

Spahn der Woche

Nichts ist verziehen

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Foto: Getty Images

War es das denn etwa schon? Haben Gesundheitsminister Jens Spahn und seine Partei, die CDU, es tatsächlich geschaffft, die Debatte über den Beschaffungsskandal mangelhafter Masken abzuwehren und abzuwürgen? Wir erinnern uns: Spahns Ministerium hatte im Frühjahr 2020 Hunderte Millionen von FFP-2-Masken erworben. Leider fehlten denen die nötigen Zertifikate, sie erwiesen sich als unbrauchbar. Trotzdem wurden viele der Schrottmasken an Alten- und Pflegeheime verteilt, etwa des Arbeiter-Samariter-Bundes in Hessen und der Arbeiterwohlfahrt in Westfalen, auch an Arbeitslose und Behinderte sollten sie gehen. Und jetzt sagt Spahn: „Böse SPD“, und das war’s? Erstaunlich. Pepe Egger

Tierwohl

Scheitern mit Ansage

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Foto: IMAGO

Der Trick ist so alt wie der Parlamentarismus: Wenn man sich politisch nicht einigen kann, beauftragt man eine Kommission. Die entwickelt dann Allgemeinplätze als Empfehlung oder lässt das Thema versanden. Beim Streit über das Tierwohl-Label ist Letzteres der Fall. Im Prinzip sind sich Union und SPD seit Jahren einig, nur nicht in den Details. Also rief Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ein Gremium ins Leben, aber das ist mit ihrer Arbeit nicht fertig geworden. Es wird also nichts mit der Kennzeichnung von Produkten, die strenge Maßstäbe bei der Tierhaltung beachten. Das kommt Ihnen bekannt vor? Genau. 2017 ist die Initiative schon einmal gescheitert. Philip Grassmann

Ausgedacht & draufgesetzt

Böse Impfe

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Foto: IMAGO

Applaus! Wolodymyr Selenskyj spielt den ukrainischen Präsidenten. Jetzt spielt er auch noch Konrad Adenauer. Wow! Der Stoff ist leider eine vergammelte Historie: 1961 bot die DDR der BRD drei Millionen Dosen Polio-Impfstoff aus sowjetischer Produktion an. Diese wehrte die Propaganda-Offerte ab und trug den Sieg davon: 4.000 Bundesbürger erkrankten in dem Jahr an Kinderlähmung, 300 starben. Der aktuelle Selenskyj-Plot: Dummerchen erklärt, er wolle sein Volk nicht zum Versuchskaninchen des russischen Corona-Impfstoffs machen und verlasse sich ganz auf die EU. Die lässt ihn selbstverständlich im Stich. Die Ukraine liegt bei den Erstimpfungen derzeit bei nicht mal 3,5 Prozent. Karsten Laske