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Geröll bergan und bergab

Wenn man früh im Mai überlegt, wohin es in den Ferien gehen soll, liefern die Berge noch keine befriedigende Antwort. Der Hirte aus Albrecht von Hallers Alpengedicht wendet sich schon im Mai mit dem ersten lauen Westwind, „wann sich der Erde Schoß mit neuem Schmucke zieret“ dem Gebirge zu, um „das erste Gras zu finden/ Wo kaum noch durch das Eis der Kräuter Spitze sprießt“. Ich wohne in der Stadt, Anfang Mai klingt ein Sommer am Meer vielversprechender, nach laxer Eleganz, Sonnenstunden, die man an langen Tafeln unter Bäumen verbringt, früh Schwimmen, spät Schwimmen, Weißwein, gegrilltem Fisch, wenige, kurze Exkursionen. Meer wäre Ruhe, Rast, Gelassenheit. Die Berge hingegen haben noch den Geschmack von Schnee und letzten Abfahrten, von eisigem Wind. Die Idee, doch über den Grat zu lauf…

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