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Die sanfte Rechte

Zuweilen wäre es nur allzu interessant, sich in den Kopf eines anderen Menschen zu begeben. Etwa in den des Mannes, der am frühen Abend des 7. Juni unweit des Hambacher Schlosses frisch verheiratet am Wegesrand steht. Neben ihm lächelt seine Frau, in Weiß. Sie sieht, auf den ersten Blick, biodeutsch aus, er nicht. Über ihnen zieht der Himmel zu, dramatisch Schwarzblau, als hätte er zeitnah was vor.

Dann kommt Deutschland. Deutschlandfahnen, Deutschlandhüte, Deutschlandbegeisterung. Schwarzrotgold überall. Mehrere hundert Menschen ziehen vorbei, Frauen und Männer, von denen einer wenige Minuten zuvor einem anderen ohne jede Ironie in seiner Stimme erzählt hat, dass Muslime die Leichname ihrer Gattinnen penetrieren würden, „bis fünf Jahre nach deren Tod machen die das!“

So schaut der Bräu…

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