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Es ist zum Zweifeln

Das war eine klare Ansage, mit der sich Rechtsanwalt Wolfgang Heer in seinem Plädoyer im Münchner NSU-Prozess vorige Woche ans Gericht wandte: „Frau Zschäpe ist unverzüglich freizulassen.“ Sie sei keine Terroristin, keine Mörderin und Attentäterin, fügte der Verteidiger der einzigen Überlebenden des mutmaßlichen NSU-Kerntrios noch hinzu. So manchem im Saal blieb da die Spucke weg. War das nur Chuzpe? Oder schlug sich das von Beate Zschäpe seit Jahren verschmähte Pflichtverteidigertrio Heer/Stahl/Sturm plötzlich doch auf die Seite der Szeneanwälte des Mitangeklagten Ralf Wohlleben, die vor Gericht die nationalsozialistische Gesinnung als politische Einstellung gesellschaftsfähig machen wollen?

Weil beide Fragen mit einem eindeutigen Nein beantwortet werden müssen, bleibt nur eine dritte,…

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