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Furcht vor dem Finale

Tony Soprano macht sich kurz an der Jukebox auf seinem Diner-Tisch zu schaffen, schaut auf, in die Kamera – und vorbei war die Serie. Mit einem Cut ins Schwarze, der viele Live-Fernsehzuschauer an eine Sendestörung glauben ließ. Das war vor fast genau zehn Jahren, am 10. Juni 2007, aber noch heute ist das Sopranos-Finale eines der umstrittensten der Seriengeschichte. Eine Erwähnung reicht, und man sieht sich in intensive Diskussionen darüber verstrickt, was es bedeutet: Ist Tony Soprano tot? Wurde er erschossen? War die ganze Szene ein Traum? Und vor allem: War es fair von Serienmacher David Chase, dem Zuschauer so wenig closure, also abschließende Aufklärung zu verschaffen?

Wie ein gleichsam unbewältigtes Trauma kam das Sopranos-Finale dieser Tage wieder hoch, als die letzte Folge vo...

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