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Das Versagen der Mandarine

Man muss Rolf Peter Sieferle nicht mögen. Der Soziologe raunt in Finis Germania ein Gebräu von Überfremdung, Untergang und zugleich Überlegenheit zusammen, wie man es von rechten Autoren der Angst gewohnt ist. So dicht Sieferle schreibt – man gleitet sogleich in den Carl-Schmitt-Sog –, so abschreckend und unverständlich geht seine Rede. Auschwitz rahmt er häufig mit Anführungszeichen – so als sei diese gigantische SS-Fabrik der Ausrottung des Judentums nur ein Zitat und nie Wirklichkeit gewesen. „Aus der Kollektivschuld der Deutschen, die auf ‚Auschwitz‘ zurückgeht, folgt ebenfalls der Aufruf zur permanenten Buße“, schreibt Sieferle. „Der Deutsche ähnelt daher nicht dem Menschen (...) sondern dem Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und der für alle Zeit in der...

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