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Daumen rauf?

In dieser Woche wäre Marcel Reich-Ranicki 100 geworden: der wohl einzige Kritiker in einer an großen Kritikern nicht armen Tradition – man denke an Alfred Kerr oder Kurt Tucholsky, zwei, die auch Reich-Ranicki verehrte –, dem in Deutschland je das Label „Literaturpapst“ angeheftet wurde. Und wohl auch der letzte. Das hat auch mit dem Strukturwandel einer Öffentlichkeit zu tun, in der sich die Orte der Kritik vervielfältigt haben. Längst ist es nicht mehr ausgemacht, wo die sitzen, die bestimmen, was lesenswert ist und was nicht. Noch in den Literaturessorts?

Oder sind es die teilweise exzellenten Blogs im Netz, die den Ton angeben, sekundiert von einer Masse von Nutzern in den sozialen Medien, die mit „Daumen rauf“ oder „Daumen runter“ über die Zukunft von Büchern befinden? Reich-Ranicki…

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