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Machtwille und Blendwerk

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Sudanesische Protestierende im Juni 2019. Seit Monaten kommt das Land nicht zur Ruhe

Foto: Ebrahim Hamid/Getty Images

Zivile Regierungen mussten sich in Khartum stets der Endlichkeit ihres Daseins bewusst sein. Zuletzt galt das für Premier Sadiq al-Mahdi, der im Juni 1989 abdankte und dem Obristen Omar al-Baschir zu weichen hatte. Der hielt sich 30 Jahre lang als Staatschef, bis ihn Anfang April seinesgleichen abservierte. Der danach als Machtprovisorium etablierte Militärrat unter General Abdel Fattah al-Burhan folgt seit dieser Woche gewohnten Mustern, wenn ein Protestcamp gewaltsam geräumt wird. Die Botschaft des Übergriffs ist unüberhörbar und bei 60 Toten unübersehbar: Jedes Einvernehmen mit der Opposition (Parteien, Gewerkschaften, Studenten) hat ausgedient. Auch wenn plöt…

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