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Goethe wasn’t here

In Kanada steht eine Kirche, die Notre-Dame aufs Haar gleicht – vor dem Brand. Wenn das Publikum nicht zur Attraktion kommt, muss die Attraktion zum Publikum kommen. Kulturkritiker mögen den Trend beklagen. Kopien sind aber da sinnvoll, wo Originale gefährdet sind und eine Verdopplung ihre Bewahrung verspricht.

In Weimar, so stand es in der Zeitung, plant man ein virtuelles Goethehaus. Vis-à-vis dem „echten“, am Frauenplan, das Herzog Carl August 1792 für Goethe kaufte. Das muss jetzt dringend renoviert werden. Ein virtuelles Goethehaus böte „fantastische Möglichkeiten, mit Goethe und seiner Lebenswelt auf hohem Niveau etwas anzufangen“, wittert Wolfgang Holler von der Klassik Stiftung den Kollateralnutzen. „Was dem Herrn der Ringe oder Harry Potter recht ist, sollte Goethe billig sein.…

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