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Im Sommer meines Lebens lebt die Melancholie

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Der Vater unserer Autorin versteckte sich vor dem Krieg im Wald. Später, um Spaziergänger (oder Altnazis?) zu erschrecken

Foto: Steinach/Imago

Mein Vater war Jahrgang 1928. Als man in seinem Dorf Ernst machte mit dem Deutschen Volkssturm, lief er weg und versteckte sich drei Wochen lang im Wald. Diese Geschichte meines Vaters beeindruckt mich heute noch. Mein Vater hatte sein Leben riskiert, um nicht als junger Mann zu sterben. Er war kein Faschist gewesen, das Abenteuer war der Beweis. Er hat mir nie gezeigt, wo genau er mit knapp 17 auf das Kriegsende wartete, ich stellte mir in meiner Fantasie vor, wo es gewesen sein musste, ein anderes Mal nahm ich mir Bilder aus einem Roman von Siegfried Lenz dazu.

Es war vielleicht nahe dem kleinen Weiler Buchholz. Wie vertrieb er sich die…

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