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König von Dingsbums

Einen Witz will Kasper König noch loswerden, bevor er sich unter die Nadel legt. Weil es draußen schüttet und König sich ohnehin gleich noch weiter entblößen muss, hat er sein nasses Leinenjackett, das blaue Hemd und die Hose abgelegt. Tätowiersucht heißt der Laden, in einer Vitrine steht allerhand morbider Nippes, doch ein 73-jähriger Kurator in Unterhosen scheint selbst hier eine Kuriosität zu sein. Kunden kommen und gehen, aber König macht nicht den Anschein, als wollte er schnell aus seiner prekären Lage befreit werden. Erst muss er noch diesen Witz erzählen. „Wie nennt man eine Person, die auf Objekte steht?“ König nippt am Kaffee, schaut prüfend in die Runde: „Bei der Berlin Biennale lief vor neun Jahren ein Beitrag über eine Schwedin, die war in die Berliner Mauer verliebt. Wie n…

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