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Gesprächige Tote

Es ist der wirklich echte Abschied von Frank Castorf, der altersmilde Titel des Stückes lautet Ein schwaches Herz. Das Publikum zeigte sich betont gefasst. Doch was hatte man sich eigentlich erwartet? Ein wehmütiges Winken? Einen krachenden Nachhall?

Der Abend ist eine einzige, von wunderlichen Merkwürdigkeiten durchzogene, düstere Überraschung. Schon das Bühnenbild ist ein Arbeiten gegen die Erwartung. Statt eines multimedial verschachtelten Wunderkastens reiht sich von der Bühne bis hoch auf die asphaltierte Fläche im Zuschauerraum eine Flucht aus verstaubtem Mobiliar. Bette, Tische, Stühle und Türen, als sei man in einer Abstellkammer mit vergessenen Kulissen gelandet. Und wenn Kathrin Angerer den Abend mit den Worten beginnt: „Oh, Mann ey! Ich komme mir vor wie in Senftenberg!“, dan…

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