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The week

from 2. until 8. June 2016

Kapazitätsgrenzen

Präfekt in Sorge

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Foto: Getty Images

Um den klaren Blick auf das Machbare für die Pariser Polizei während der EM sorgt sich deren Chef Michel Cadot. Man müsse ein „Stadium der Er-schöpfung“ konstatieren, heißt es in einem der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Schreiben des Präfekten an Innenminister Cazeneuve. Darum sollten Public-Viewing-Zonen am Eiffelturm, in denen bis zu 90.000 Besucher erwartet würden, dann schließen, wenn Spiele im Stade de France oder Prinzenparkstadion angesetzt seien. Wegen der Terrorgefahr, so Cadot, würden dann mehr Polizisten gebraucht als üblich. Die Regierung hat mit dem Hinweis reagiert, man könne auf 12.000 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste zurückgreifen. Lutz Herden

Wahrsager

Metro im Depot

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Foto: AFP/Getty Images

Es gab nicht nur für die EM einen Countdown, auch für die Wahrsager. Sie sahen voraus, dass les Bleus nur dann ihr Auftaktspiel gegen Rumänien gewinnen, wenn Griezmann und Giroud gemeinsam als Sturmspitzen auflaufen. Ansonsten gingen die Propheten mit der Hiobsbotschaft hausieren, dass zur EM-Eröffnung in Paris keine Metro fahren und keine Air-France-Maschine landen oder abheben werde. Deshalb wolle Präsident Hollande nach dem Triumph über Rumänien – die Buchmacher handeln ein 2:1 als Spitzentipp – die Gunst der Stunde nutzen und eine Ansprache an die Nation halten, um zur Versöhnung unter den Franzosen aufzurufen. Viel Wirkung werde das nicht haben. Lutz Herden

Unwetter

Warnstufe Rot

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Foto: Getty Images

Schwere Gewitter haben auch in Frankreich dazu geführt, dass Flüsse Hochwasser führen. Im Großraum Paris wurde für etliche Kommunen die Warnstufe Rot ausgegeben, um für den Katastrophenfall gewappnet zu sein. Die Seine erreichte in der französischen Hauptstadt mit einem Pegel von sechs Metern das höchste Niveau seit 15 Jahren. Deshalb wurden Uferstraßen gesperrt, Flussfahrten für Touristen gecancelt sowie der Louvre und das Museum der Impressionisten am Quai d’Orsay geschlossen, um Kunstwerke aus den unterirdischen Depots beider Häuser in Sicherheit zu bringen. In der Stadt Nemours südlich von Paris mussten Tausende Menschen Notunterkünfte beziehen. Lutz Herden

Nahost

Mut zur Resthoffnung

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Foto: Getty Images

Die Handschrift der französischen Diplomatie mit ihrer Affinität zu nahöstlichen Dramen ist unverkennbar. Außenminister Ayrault (Foto) stellt sich vor, die Staatengemeinschaft so weit zu vereinen, dass eine „abschließende Re-gelung“ des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern wieder näher rückt. Als Auftakt war eine internationale Konferenz am 3. Juni in Paris gedacht, zu der keiner der direkten Widersacher gebeten war. Für Ayrault ist eine Zwei-Staaten-Lösung „in großer Gefahr“, es gäbe zu viel Gewalt und hinderliche Siedlungsaktivitäten. In Paris hofft man, so viel Druck aufzubauen, dass ein Nachfolgetreffen mit Israelis und Palästinensern stattfindet. Premier Netanjahu winkt ab. Lutz Herden

Mistral-Schiffe

Total konziliant

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Foto: Getty Images

Die Jungfernfahrt des ersten Mistral-Hubschrauberträgers aus der Werft von St. Nazaire führt nach Ägypten. Das Schiff ist vor Tagen bereits an Verteidigungsminister Sobhi übergeben worden. Ursprünglich sollte Russlands Flotte der Abnehmer von zwei Schiffen dieses Typs sein, doch verhinderten die Ukraine-Krise und von der EU verhängte Sanktionen ein Geschäft im Umfang von 1,2 Milliarden Euro. Der neue Partner Ägypten zahlt nur 950 Millionen und wird mit General as-Sisi von einem Mann regiert, der auf Menschenrechte keinen gesteigerten Wert legt. Die Regierung in Paris hat sich als vertragsbrüchig erwiesen und zugleich kein Problem, einem Diktator Preisnachlässe zu gewähren. Lutz Herden