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Das Pathos dankt ab

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Am 6. Juni 2016 gab Joachim Gauck bekannt, dass er nicht mehr kandidieren werde Foto: Sean Gallup/Getty Images

De mortuis nihil nisi bene. Toten soll man nichts Schlechtes hinterherrufen. Aber der Bundespräsident ist gar nicht tot. Er will nur in Rente gehen. Man darf sich trotz der weihevollen Stimmung, die diesen Abschied umgibt, schon noch mit der Bilanz seiner Präsidentschaft befassen. Es steht zwar nicht gut um Deutschland, aber so schlecht, dass dieser Präsident fehlen wird, steht es auch wieder nicht. Im Gegenteil. Gaucks Abgang bietet rechtzeitig vor den Bundestagswahlen im kommenden Jahr eine Chance: SPD, Linke und Grüne können jetzt beweisen, ob es ihnen mit einer linken Alternative zu Merkel ernst ist. Ein gemeinsamer Kandidat wäre ein Signal für 2017.

Allerdings lehr…

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