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Geteiltes Dorf

Lydia Aisenberg hebt die Hand zum Gruß. Den Schlachter kenne sie schon seit Jahrzehnten, erzählt sie. Weißgraue Gedärme liegen auf einem Haufen, auch ein gehäuteter Schafskopf, Blut rinnt in ein Loch im Fliesenboden. Ein Händler an der Ecke verkauft Eier, sie liegen in der Sonne. „In Israel ist es nicht erlaubt, Eier am Straßenstand zu verkaufen. Aber er sitzt auf der anderen Seite des Kreisverkehrs. Auf palästinensischem Boden“, erklärt die Journalistin und Aktivistin Aisenberg. Eigentlich mag sie diese Bezeichnung nicht. „Ich bin Friedenssucherin“, betont die fünffache Mutter und zehnfache Großmutter.

Seit sie denken kann, kommt Aisenberg in den Ort Barta’a, das geteilte Dorf an der Grenze zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten. Ihr Kibbuz, Mischmar HaEmek, liegt …

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