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The week

from 26. until 1. June 2016

Brasilien

Neues aus dem Augiasstall

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Foto: dpa

Interimspräsident Temer verbucht einen rekordverdächtigen Schwund an Ministern. Erst muss Planungsminister Jucá wegen eines Abhörskandals das Kabinett räumen, nun ist Fabiano Silveira (Foto) zur Demission gezwungen, immerhin der Ressortchef für Korruptionsbekämpfung, auch „Transparenzminister“ genannt. Ihm wird ein Telefonat zum Verhängnis, mit dem er seine ministerielle Mission eindrucksvoll konterkariert hat. Silveira erläuterte Senatspräsident Calheiros, wie er sich bei Befragungen durch den Staatsanwalt verhalten solle, um vom Ölkonzern Petrobras eingestrichene Schmiergelder eiskalt zu dementieren. Mut zu solcher Transparenz zeichnet einen Transparenzminister aus. Lutz Herden

Entwicklungshilfe

Planlos zum Ziel

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Foto: Imago

Schon vor Jahrzehnten hat sich Deutschland verpflichtet, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Das Ziel wird bis heute verfehlt, es gibt aber auch keinen Stufenplan mit jährlichen Schritten zur Anhebung der Quote. Das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Im vergangenen Jahr seien die Ausgaben für die Entwicklungshilfe deutlich gestiegen – von 0,42 auf schätzungsweise 0,52 Prozent. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Geld für die Flüchtlingshilfe in Deutschland auf die Quote angerechnet wird. Laut Regierung entspricht das den Berechnungsregeln der OECD. Felix Werdermann

Japan

Obama und die Bombe

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Foto: Getty Images

Als erster US-Präsident ist Barack Obama (Foto, links) nach Hiroshima gereist, um an die Opfer des Atombombenabwurfs vor knapp 71 Jahren zu erinnern. „Der Tod kam vom Himmel, und die Welt veränderte sich“, sagte Obama. Er bat jedoch nicht um Entschuldigung. „Wir gedenken aller Unschuldigen, die während dieses Kriegs ums Leben gekommen sind.“ Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Obama von der Vision einer Welt ohne Atomwaffen geredet, unter anderem dafür hatte er den Friedensnobelpreis erhalten. Nun sagte er, dass er so eine Welt wahrscheinlich nicht mehr erleben werde. Derzeit wird auf UN-Ebene über ein Verbot von Atomwaffen diskutiert. Die USA und andere Staaten blockieren. Felix Werdermann

Großbritannien

Pub-König für Brexit

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Foto: Getty Images

Für Tim Martin, Chef der Wetherspoon-Kette und damit eines der größten Gastronomie-Imperien in Großbritannien und Irland, ist der Abschied aus der EU überfällig. Also ruft er für den 23. Juni zu einer Abstimmung für den Brexit auf. Es gebe in der Staatenunion zu viele demokratische Defizite. Auch verfolgten die Gremien in Brüssel eine abgehobene Politik, die zum Selbstläufer geworden sei. Ganz anders das Unterhaus in London, das die Abgeordneten durch die Direktwahl zwinge, stets Tuchfühlung mit ihren Wähler zu halten. Martins Pro-Brexit-Votum entfaltet kaum die ganz große Wirkung, doch belanglos ist es nicht. Die Kette vereint fast 1.000 gut frequentierte Pubs. Lutz Herden

Irak

Marsch auf Falludscha

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Foto: Getty Images

Eine Offensive von Regierungsstreitkräften hat zu Wochenbeginn bewirkt, dass einzelne Verbände in Falludscha eindringen konnten. Der Angriff auf die vom Islamischen Staat (IS) seit 2014 gehaltene Stadt begann vor Tagen und ist auf US-Luftunterstützung angewiesen. Sollte die Rückeroberung gelingen, wäre das ein weiteres Indiz dafür, dass der IS zuletzt Terrain verloren hat und auf dem Rückzug ist. Andererseits gelang es der Nationalarmee bisher nicht, den Belagerungsring um die Metropole Mossul im Norden zu schließen und dort residierende IS-Kommandos zur Aufgabe zu zwingen. Mossul gilt als Geschäftszentrale des IS, um durch den Handel mit Öl die Kriegskasse zu füllen. Lutz Herden