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The week

from 20. until 26. May 2021

Immobilienkonzerne

DW & Co. fusionieren

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Foto: IMAGO

Das Geschäft mit Mietwohnungen wird zum noch bigger Business: Die Wohnungsunternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen planen die Fusion. Rund 18 Milliarden Euro will Vonovia dafür bezahlen. So entstünde Europas größter Immobilienkonzern mit rund 550.000 Wohnungen in Deutschland. Gerade in den Metropolen hat sich jedoch ein breites Bündnis gegen auf Rendite zielende Wohnungskonzerne formiert. Wohl auch deshalb bieten Vonovia und Deutsche Wohnen für Berlin den „Zukunfts- und Sozialpakt Wohnen“ an, demzufolge etwa die Mieten bis 2026 nur begrenzt steigen sollen. Außerdem will Vonovia dem Land Berlin 20.000 Wohnungen verkaufen. Benjamin Knödler

Transsexuellengesetz

Keine Selbstbestimmung

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Foto: Getty Images

Das Transsexuellengesetz (TSG) ist 40 Jahre alt, Teile davon hat Karlsruhe in der Vergangenheit mehrfach als verfassungswidrig eingestuft. Über eine Personenstandsänderung entscheiden weiter Gerichte, trans Menschen müssen dafür zwei psychologische Gutachten einbringen. Die sind teuer und das Befragungsprozedere ist für Betroffene entwürdigend. Es ist höchste Zeit, das TSG durch ein Selbstbestimmungsgesetz zu ersetzen. Aber das wird es vorerst nicht geben. Zwei entsprechende Entwürfe der Grünen und der FDP scheiterten im Bundestag. Die Abgeordneten von AfD, Union und SPD stimmten dagegen. Letztere hielten mal wieder lieber zum ungeliebten Koalitionspartner. Martina Mescher

Südostasien

Corona-Zahlen steigen

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Foto: Getty Images

In Thailand wird erwogen, Inhaftierte vorzeitig freizulassen – Grund dafür ist, dass ein beunruhigender Anstieg der Corona-Infektionszahlen vor allem auf Ansteckungen in überfüllten Gefängnissen zurückzugehen scheint. Überproportional betroffen sind zudem prekäre, migrantische Arbeiter auf Baustellen. Galten Staaten in Südostasien im vergangenen Jahr noch als vorbildhaft bei der Eindämmung der Pandemie, so berichten nun auch Malaysia, Vietnam oder Singapur von zwar unter den Werten von 2020 liegenden, aber steigenden Fallzahlen. Als verantwortlich gilt die Ansteckungsintensität der Virusvariante B.1.617 sowie eine unzureichende Versorgung mit Impfstoffen. Sebastian Puschner

Künstlersozialkasse

Besser abgesichert

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Foto: Getty Images

Bei den Stichworten Skandal und KSK dachte man vor Corona als Erstes an die Eliteeinheit der Bundeswehr (genug Fälle gab und gibt es). In der Pandemie geriet nun auch die Künstlersozialkasse (KSK) in die Kritik. Die KSK übernimmt für freischaffende Künstler*innen den Arbeitgeberanteil für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Bedingung: maximal 450 Euro Zuverdienst aus nicht künstlerischer Nebentätigkeit. Was in normalen Zeiten sinnvoll ist, wurde für viele Mitglieder angesichts geschlossener Kulturstätten zu einem existenziellen Problem. 84,5 Millionen Euro hat der Bundestag jetzt für die KSK bewilligt, die Grenze wird bis Ende des Jahres auf 1.300 Euro angehoben. Christine Käppeler

Ausgedacht & draufgesetzt

Wo die Sieger feiern

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Foto: IMAGO

Deutschland, nun freue dich! – Das soll das Motto für die Siegesfeier der Grünen nach der Bundestagswahl sein, so der Vorstandsbeschluss. Gefeiert wird nicht am Brandenburger Tor, auch nicht in den Tiefwerder Wiesen, wo Berlins letzte Hechte laichen. Auserkoren ist der Potsdamer Platz. Dieses Betongrab der Moderne wäre in der Tat das ideale Areal, wo sich Grün und Schwarz finden und feiern können. Was wäre besser geeignet als die Architektur gewordene Berliner Republik mit ihren zugigen Straßen und windigen Malls, durch die Hunderttausende von hier nach da treiben und ihr Glück suchen – Millionen Fliegen können sich nicht irren. Zutritt für gallige Provinzler verboten. Lutz Herden