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Der Kandidat

Lebenswege verlaufen selten geradlinig. Das Denken nimmt gerne Umwege, aber die Pfade der französischen Intellektuellenfamilie Glucksmann sind ganz besonders verschlungen. Man könnte auch sagen, hier zeigt sich innerhalb einer Familie die Komplexität der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche im Frankreich des letzten Jahrhunderts. Die Berührungspunkte zwischen Intellektuellen und Politik, mehr noch, der Wunsch, Politik mitzugestalten, hat in Frankreich nicht erst seit Victor Hugo Tradition. Viel stärker als in Deutschland ergreifen Autoren, Regisseure und Geisteswissenschaftler Partei oder gründen – wie im Fall von Raphaël Glucksmann – gleich selbst eine.

Denn noch bevor Didier Eribon oder Edouard Louis die Gelbwesten für sich entdeckt haben, mit denen sie sich solidarisierten, ha…

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