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Selbsttest der Reflexe

Auch als Seriengucker möchte man auf der richtigen Seite stehen. Als Serien noch mit Fernsehen gleichgesetzt waren, war das vergleichsweise einfach: „Glotzen“ – schon das Wort ist so was von 80s! – galt als passive Tätigkeit im Gegensatz zum Kino- oder gar Theaterbesuch, und wenn eine Serie wie die Lindenstraße ein gewisses Maß an sozialem Bewusstsein an den Tag legte, dann freute einen das, hielt aber nicht davon ab, auf die Form der Soap mit allenfalls milder Nachsicht herabzuschauen. „Fernsehen macht blöd“, der Spruch galt dem Medium fast unabhängig von seinen Inhalten. Fernsehkritiken fanden am Katzentisch der Medienseiten einer Zeitung statt; im Feuilleton kamen sie allenfalls als Phänomen vor, wenn etwa die Einführung von Big Brother auch die Edelfedern vor die Glotze trieb.

Das „…

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