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Hoffnung: Es gibt sie

Der Regisseur Stéphane Brizé interessiert sich für traurige Menschen. Dass er sie ernst nimmt, sieht man daran, wie er sie betrachtet: aufmerksam, anhaltend, ohne viele Blickbewegungen und noch in den sehr nahen Einstellungen mit Sinn für Dezenz. (Die halbnahen kommen häufiger vor.) Dass die Traurigen Brizés Sympathie haben, ist deutlich. Dass er sie dennoch unterschätzt, verrät sich dadurch, dass ihnen fast immer etwas zu viel Story beigegeben ist: Vorgeschichten und Familienromane; Verletzungen, die nicht in der Andeutung verbleiben; auserzählte Enttäuschungen.

Das gilt zumindest für die frühen Filme. Die Konflikte zwischen den Vätern und den Söhnen in Man muss mich nicht lieben (2005), der familiale Druck und die Verweigerung in Mademoiselle Chambon (2009); die Entwicklung, die durch…

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