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Suchen wir nach Zauberworten!

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Grafik: der Freitag

Im Jahr 1974 sammelte Sharon Henderson Taylor 400 Begriffe für geringe Intelligenz. Viele waren einmal wertneutral gemeint oder klangen positiv. Doch fanden sie Eingang in die Alltagssprache, gerieten sie rasch zu Abwertungen, sodass die Wohlmeinenden ihre Suche nach neuen Bezeichnungen fortsetzten. Der Linguist Steven Pinker nannte das die „Euphemismus-Tretmühle“. Müssen wir vor dieser kapitulieren? Die Fahndung nach besseren Worten für besondere Gruppen einstellen, mit der ja immer die Hoffnung auf eine bessere Stellung derselben einhergeht?

Zunächst ist zu verstehen, wie dieses semantische Absinken funktioniert. Ein drastisches Beispiel ist das Wort „Idiot“. Im 19. Jahrhundert wollten Reformpsychiater damit sagen: Person, die besonderer Förderung bedarf, ab…

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