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1909: Erschreckende Klänge

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Die Hauptdarsteller der Uraufführung 1909 in Dresden

Foto: Zander & Labisch/Ullstein/dpa

Mit dem Einakter Elektra, uraufgeführt im Jahr 1909 in Dresden, ist eine Wende der Opernentwicklung zwar nicht eingeleitet, aber gleichsam auf den Punkt gebracht worden. War die Oper schon seit Monteverdis Orpheus (1607) ein Rückgriff auf die antike Tragödie insofern gewesen, als man dort das Vorbild eines textlich-musikalischen Gesamtkunstwerks gefunden hatte, kehrt Richard Strauss auch zu ihrem Gehalt, einer gnadenlosen Vergeltungs-Gerechtigkeit, zurück. Als Text liegt Hugo von Hofmannsthals gleichnamiges Drama (1903) zugrunde, das den Eindruck erweckt, die Angst des Bürgertums vor der sich anbahnenden proletarischen Revolution werde gespiegelt.

Elektra ist eine Tochter des griechisc...

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