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Hungern oder noch mehr hungern

Es sind 100 Meter in Caracas, auf denen die Dunkelheit das venezolanische Drama nicht verstecken kann. Im Ausgehbezirk Altamira kostet ein Eis bei McDonald’s den monatlichen Mindestlohn eines venezolanischen Arbeiters. An anderer Stelle dröhnen Motorräder dank des subventionierten Benzins an der Bar Hog Heaven vorbei. Und dazwischen, in Sichtweite, kauern sich Kinder in den Rinnstein. Sie kratzen mit ihren Fingern weißes Pulver vom Asphalt, allem Anschein nach ist es Mehl.

Am Tag danach verströmt eine Frau im roten T-Shirt an der Plaza Bolívar die pure Lebensenergie. „Hugo Chávez hat uns das Lieben gelehrt, und er hat Nicolás Maduro als seinen Nachfolger ausgewählt.“ Lilian Francia, 73 Jahre alt, stämmig, perfekt frisiert samt schimmernden Ohrringen, spricht von der Sozialwohnung, die i…

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