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Sage und säge

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Waldstück als Poesie: Fundort ist nicht gleich Tatort

Foto: Caroly Drake/Magnum Photos/Agentur Focus

Ein letztes Aufbäumen gegen das Hässliche in der Literatur fand 1966 durch den einflussreichen schweizerischen Germanisten Emil Staiger statt. In seiner Rede über „Literatur und Öffentlichkeit“ verstieg er sich zur Aussage: „Wenn (…) Dichter behaupten, die Kloake sei ein Bild der wahren Welt, Zuhälter, Dirnen und Verbrecher Repräsentanten der wahren, ungeschminkten Menschheit, so frage ich: In welchen Kreisen verkehren sie?“

Zu diesem Zeitpunkt nahm die 1947 in Trier geborene Ursula Krechel gerade ihr Studium der Geisteswissenschaften an der Uni Köln auf. Der Schönheitsdiskurs, den sie in ihrem neuen Gedichtband Beileibe und Zumute führt, liest sich wie ein veritabler Nachtrag zu …

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