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The week

from 30. until 6. May 2020

Armut

Coronale Ungleichheit

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Foto: Imago Images

Wer zu gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel noch Masken kaufen und isolationsbedingt hohe Handyrechnungen bewältigen muss, spürt das Hartz-IV-Korsett stärker. Gewerkschaften und Sozialverbände forderten jetzt die Erhöhung existenzsichernder Sozialleistungen um 100 Euro – die Regelsätze werden zum 1. Januar 2021 ohnehin neu festgestellt. Von Armut besonders bedroht sind zunehmend Menschen über 65: 2018 mussten 18,2 Prozent von ihnen mit Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle auskommen, 2006 waren es noch 12,5 Prozent. Erfragt hat diese Zahlen die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann beim Europäischen Statistikamt Eurostat. Elsa Koester

Studium

Kredit statt Bafög

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Foto: Imago Images

Abgesagte Messen, geschlossene Gastronomie – für viele Studentinnen und Studenten sind in der Pandemie die Nebenjobs weggebrochen. Mehr als zwei Drittel arbeiten, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Gegen eine Öffnung des Bafög, wie sie von SPD, Grünen, FDP und selbst vom Unionsnachwuchs gefordert wurde, hat sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) gesperrt. Stattdessen schickt sie die notleidenden Studierenden zur Bank. Zinslose Kredite der staatseigenen KfW sollen es richten. Auf Betreiben der SPD wird für Härtefälle noch ein Nothilfefonds eingerichtet, in Höhe von 100 Millionen Euro. Angesichts der Masse der Betroffenen ist das keine große Hilfe. Martina Mescher

Loveparade-Prozess

Am Ende kein Urteil

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Foto: Getty Images

Für die Hinterbliebenen ist es eine bittere Nachricht. Im Juli 2010 starben in Duisburg bei der Loveparade im Gedränge beim einzigen Zugang des Veranstaltungsgeländes 21 Menschen. Mehr als 650 wurden verletzt. Nun hat das Duisburger Landgericht den Strafprozess eingestellt. Damit endet nach 184 Verhandlungstagen eines der größten Gerichtsverfahren der vergangenen Jahre ohne Urteil. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass der Vorwurf der fahrlässigen Tötung Ende Juli verjährt und bis dahin ein Prozessabschluss wegen der Corona-bedingten Unterbrechung unwahrscheinlich sei. Eine Zustimmung der Nebenkläger brauchte es nicht, rein rechtlich gesehen. Martina Mescher

Kuba

Ärzte für Andorra

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Foto: Imago Images

Allein in Lateinamerika hat Kuba seit Ende März Ärzte und Pfleger nach Mexiko, Honduras, Jamaika, Haiti, Belize und Nicaragua entsandt, um bei der Abwehr des Coronavirus zu helfen. Zuletzt wurde Südafrika zum Ziel von 217 Medizinern aus Havanna, die rings um Johannesburg eingreifen sollen. Dass der Karibikstaat auf Notlagen schnell reagieren kann, ist besonders der 2005 noch von Fidel Castro gegründeten, auf Epidemien spezialisierten Hilfsbrigade „Henry Reeve“ zu verdanken. In Europa, so das Portal amerika21, sind kubanische Ärzte außer in Italien auch in Andorra eingetroffen, um Covid-19 zu bekämpfen. Insgesamt seien damit derzeit 1.450 Kubaner in 22 Staaten präsent. Lutz Herden

Griechenland

Brandstiftung im Camp?

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Foto: Getty Images

Gut 500 Personen haben auf der griechischen Ägäisinsel Samos durch zwei Großfeuer in überbelegten Camps Unterkünfte und Wertsachen verloren. Die Sicherheitsdienste der Lager gehen von einer extrem angespannten Situation aus. Brandstiftung durch frustrierte Insassen wird nicht ausgeschlossen. Über 7.000 Migranten warten allein auf Samos teils seit 2016 darauf, dass ihre Asylanträge bearbeitet werden. Die gereizte Stimmung, berichten Helfer von Ärzte ohne Grenzen, habe auch ethnisch motivierte Konflikte angefacht, eine afghanische stehe einer arabischen Community gegenüber. Momentan dürfen die Lager wegen der Corona-Pandemie nicht mehr verlassen werden. Lutz Herden