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Es gibt noch Rettung

Es gab einmal eine Zeit, da trug Literatur die großen Schlachten der Gesellschaft aus. Um 1900 etwa, in den kritischen Jahren eines bald auseinanderbrechenden Europas, hätte die Polarisierung der politisch-ästhetischen Entwürfe kaum dramatischer ausfallen können.

Dem Elitenkultus eines Stefan George stehen Naturalisten wie Gerhard Hauptmann entgegen, die das elende Leben der unteren Schichten einfangen. Andere Autoren, wie Jakob van Hoddis und Georg Trakl, verstricken sich unter den unheilvollen Vorzeichen der Moderne zwischen Industrialisierung, spiritueller Sinnkrise und Vorkriegsstimmung in apokalyptische Szenarien. Kurzum: Die Zeiten sind explosiv, ernst und zudem äußerst männlich. Schreiberinnen finden mit Ausnahmen kaum Gehör.

Dass es sie aber gibt und dass sie literarisch Beachtl…

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