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Verwalteter Verfall

Nur ein Finanzminister hat es in Deutschland bisher an die Spitze der Regierung geschafft, und das ist 44 Jahre her; um es Helmut Schmidt gleichzutun, verfolgt Olaf Scholz gegenwärtig eine Strategie, die so abwegig nicht ist: Er betont lächelnd, dass es zwischen seiner Politik und der seines Vorgängers Wolfgang Schäuble keinen Unterschied gibt, stellt deutsche Interessen über Zugeständnisse an Europa, präsentiert sich als Mann der schwarzen Null und exekutiert damit genau die Art von Finanzpolitik, mit der in Deutschland seit vielen Jahren Mehrheiten errungen werden. Schäuble als Nachfolger Angela Merkels: Das blieb stets nur ein Szenario. Zieht sich die Kanzlerin nach dieser Legislaturperiode zurück, warum sollte nicht Scholz sie beerben – als bewährter Garant von CDU-Finanzpolitik?

Es…

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