Loading

The week

from 2. until 8. May 2018

Sozialpolitik

Fragt nicht nach Rente

placeholder article image

Foto: Imago

Die Rente sei nicht sicher: In etwa so äußerte sich der Ökonom Axel Börsch-Supan zur gerade von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) einberufenen Renten-Kommission, deren Mitglied Börsch-Supan selbst ist. Er hat ausgerechnet, dass das Rentenalter bis 2030 auf 69 und bis 2045 auf 71 Jahre steigen müsse, um an Beitragssatz und Rentenniveau von heute festzuhalten – das er für „unfinanzierbar“ hält. Nun ist er gemeinsam mit Unions- und SPD-Abgeordneten, Gewerkschafts- und Arbeitgeber-Vertretern für die Ausarbeitung eines Rentenkonzepts zuständig. Die Linke kritisierte die Nicht-Beteiligung der Opposition und dass die Sozialverbände nur angehört, nicht aber direkt beteiligt werden. Elsa Koester

VW-Winterkorn

Florida-Reisewarnung

placeholder article image

Foto: Getty Images

Pünktlich zur VW-Jahreshauptversammlung, bei der viel von einem Neubeginn zu hören war, wurde der Konzern von seiner jüngeren Vergangenheit eingeholt. Der ehemalige Vorstandschef Martin Winterkorn (Fot0) ist in den USA wegen der manipulierten Abgaswerte bei Diesel-Autos angeklagt worden. Ihm wird laut Anklageschrift des Gerichts in Detroit Mittäterschaft bei der Verschwörung zum Betrug vorgeworfen, dafür drohen in den USA bis zu 25 Jahre Haft. Nun sorgen sich viele um die Urlaubspläne des 70-Jährigen und raten von einer Reise ins Rentnerparadies Florida ab. Relevanter wäre allerdings die Frage danach, wie es hierzulande um die Aufklärung des VW-Skandals bestellt ist. Martina Mescher

China

Raketen auf Inseln

placeholder article image

Foto: Getty Images

Es geht darum, vollendete Tatsachen zu schaffen, lässt sich der Aktion entnehmen. Die chinesische Volksbefreiungsarmee hat auf Atollen der umstrittenen Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer Raketen installiert. Es wird dadurch in einem Umkreis von 550 Kilometern möglich sein, Schiffe und Flugzeuge zu erreichen. Bisher gab es im betreffenden Seegebiet noch nie eine Dislozierung solcher Systeme. Peking setzt damit ein Programm fort, das vor einem Jahrzehnt mit dem Bau von Häfen und Landepisten begann. Aus Präsenz wird damit Dominanz in Südostasien zulasten von Vietnam, Taiwan, Malaysia und den Philippinen, die ebenfalls Anspruch auf diesen Archipel erheben. Lutz Herden

Mexiko

Partyverderber

placeholder article image

Foto: Imago

Die indigene Bewegung ist vor der Präsidentenwahl am 1. Juli mit dem Vorhaben gescheitert, die Ärztin María de Jesús Patricio (Foto) vom Nahua-Volk als Kandidatin aufzustellen. Die Bewerberin verfehlte klar das Quorum von 870.000 Unterschriften. Wie das Nachrichtenportal amerika21 schreibt, sollte die Öffnung des mexikanischen Wahlsystems zugunsten unabhängiger Aspiranten genutzt werden. Für die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) ging es weniger darum, tatsächlich zur Wahl antreten zu können. Vielmehr sollte die Nominierungskampagne genutzt werden, um eine antikapitalistische Plattform zu haben sowie dem „System und den Parteien die Party zu verderben“. Lutz Herden

#metoo

Belästigung beim WDR

Pornos mit Praktikantinnen, Hände auf den Pos von Bestsellerautorinnen: Die als Sonderermittlerin beim WDR eingesetzte ehemalige EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies hat ihre Arbeit kaum aufgenommen, da mehren sich die Geschichten sexueller Belästigung. Nach einem ehemaligen Auslandskorrespondenten wurde der Leiter des Bereichs Fernsehfilm freigestellt. Ihm werfen sechs Frauen vor, sie belästigt zu haben – darunter Charlotte Roche, Autorin von „Feuchtgebiete“, auf deren Po besagte Hände gelandet sein sollen. Der Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe, in einem offenen Brief setzen sich 16 Frauen für ihn ein. Insgesamt besteht beim Sender Verdacht gegen fünf Männer. Elsa Koester