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Sogar Kafka passt rein

Es ist langweilig, Saša Stanišić zu loben. Alle tun das. Schon lange. Nachdem sein Erstling Wie der Soldat das Grammofon repariert bis ins Finale um den Deutschen Buchpreis gekommen war, aber nicht gewonnen hatte, erklärte ihn das Feuilleton kurzerhand zum Buchpreis-Gewinner der Herzen. Das war 2006. Acht Jahre später, als nach einigen weiteren Talentproben (endlich, endlich) das zweite dicke Buch erschien, eine vielstimmige Provinzgeschichte namens Vor dem Fest, bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse. Hochverdient, hieß es. Kurz zuvor hatte Florian Kessler in der Zeit noch eine Diskussion über die Konformität der sattbraven deutschsprachigen Gegenwartsliteratur losgetreten. Lediglich drei Namen wollte er von seiner Rundumkeulerei ausdrücklich nicht berührt wissen. Einer davon: Saša…

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