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Die Zurückgelassenen

Kurz vor Masar-e Scharif sieht er sie im Rückspiegel kommen. Zwei Motorräder rasen heran, versuchen sein Auto zum Halten zu bringen. Auf jedem Motorrad sitzen zwei Männer, die hinteren sind bewaffnet. Jamshid Aria fürchtet um sein Leben. Er weiß: Das sind Taliban. Er drückt das Gaspedal nach unten, kurz vor der Stadtgrenze weichen die Verfolger zurück.

Vor diesem Tag im August 2015 hat Aria bereits drei Jahre lang Morddrohungen erhalten. In Briefen und am Telefon drohten die Taliban immer wieder damit, sein Leben und das seiner Familie auszulöschen. Heute kann er darüber sprechen, er lebt in Hamburg. Seinen richtigen Namen will er trotzdem nicht in der Zeitung lesen, er hat immer noch Angst.

Zweieinhalb Jahre arbeitete der heute 23-Jährige als Dolmetscher einer Bundeswehreinheit nahe Ma…

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