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Überreste des Zorns

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Hunde sind zu leicht, sie bringen die Tretminen nicht zur Explosion

Foto: Armend Nimani/AFP/Getty Images

Bender, die Hauptfigur in Goran Ferčec’ erstem Roman, ist laut Auskunft des Erzählers ein ganz und gar durchschnittlicher Mensch: „bestehend aus kaum zu verbindenden ererbten Bruchstücken. Schwache Blase. Hämorrhoiden. Zweifel in Bezug auf die eigenen Standpunkte. Guter Sinn für Humor. Ausgeprägte Halbmonde an den Finger- und Fußnägeln. Misstrauen gegenüber der Sprache. Angst vor dem Tod.“ Seiner Gewöhnlichkeit zum Trotz scheint er im Leben immer vom Schlimmstmöglichen auszugehen. Im eigenen Hausflur fühlt er sich in etwa so unwohl wie in der Unübersichtlichkeit eines Demonstrationszuges oder nachts am U-Bahnhof. Ein Hund, dem er die Hand zum Biss hinstreckt, schnappt nicht z…

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