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The week

from 29. until 5. May 2021

Beamtenboom

Die Pension ist sicher

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Foto: Imago Images

Es geht voran! Alle reden von Krise, die Bundesregierung hat indes seit Jahresbeginn 71 neue Stellen für Spitzenbeamte geschaffen. Monatlich verdient man dort je nach Besoldungsstufe 8.762 oder 10.412 Euro und hat einen sicheren Posten bis zur Pension, die dann obendrein höher ausfällt. So sind die Spitzenbeamten auch nach der Wahl abgesichert. Allein im Bundeswirtschaftsministerium sind 18 – und damit die meisten – dieser neuen Posten entstanden. Dem Münchner Merkur erklärte das Ministerium, die Stellen stünden in Verbindung mit Corona-Hilfen und Wirtschaftsstabilisierungsfonds – „damit das Geld schnell dort ankommt, wo es benötigt wird“. Keine weiteren Fragen. Benjamin Knödler

44 Milliarden Euro Umsatz

Amazon rechnet sich arm

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Foto: Getty Images

Einem Bericht des Guardian zufolge hat der Internethändler Amazon im Pandemiejahr 2020 zwar seinen Umsatz erheblich vergrößern können, von 32 Milliarden Euro im Jahr zuvor auf jetzt 44 Milliarden Euro. Trotzdem machte das in Luxemburg angesiedelte Mutterunternehmen der EU-Töchter von Amazon einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro, weshalb Amazon überhaupt keine Körperschaftssteuer in Luxemburg zahle. Ein Verfahren der EU gegen die steuerliche Begünstigung von Amazon im Großherzogtum läuft indes weiter, die von Jean-Claude Juncker verteidigten Vorteile für den Versandhändler liefen auf Staatshilfe hinaus, da er sogar noch weniger Steuern zahle als lokale Firmen. Pepe Egger

Drohmails von „NSU 2.0“

Schreibtischtäter in U-Haft

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Foto: Imago Images

Ist dies das Ende der Serie von Droh-mails, die seit drei Jahren unter dem Kürzel „NSU 2.0“ verschickt wurden? Die Polizei jedenfalls scheint dieser Ansicht zu sein: Am Dienstag verhaftete sie in Berlin-Wedding einen vorbestraften 53-Jährigen, den sie für den Urheber der Drohmails hält. Seit 2018 hatten vor allem Politikerinnen und Frauen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, insgesamt mehr als 110 Drohmails erhalten. Was noch aufzuklären ist: Der Verdacht, der Täter habe Unterstützer oder Mittäter in der Polizei, die ihm Zugang zu privaten Daten der Bedrohten verschafften. Es scheint, als habe sich der Verhaftete in der Vergangenheit auch selbst als Polizist ausgegeben. Pepe Egger

Großbritannien

Im Wellenbad

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Foto: Getty Images

Eher sollten sich Leichen zu Tausenden stapeln, als dass er erneut einen Lockdown wegen Corona wolle, soll Boris Johnson im Herbst geäußert haben. Seit das Massenblatt Daily Mail und die BBC Derartiges verbreiten, treibt es den Erregungspegel der Londoner Politblase nach oben, zumal der Premier auch wegen der Fehde mit seinem Ex-Berater Dominic Cummings unter Druck steht. Der beutet Insiderkenntnisse aus und lässt durchstechen, Johnson habe die Renovierung seiner Dienstwohnung mit Parteigeldern der Torys bezahlt. Da solches wiederum die Labour-Opposition lebhaft interessiert, soll nun ein Untersuchungsausschuss klären, was woher kam und wohin ging. Lutz Herden

Ausgedacht & draufgesetzt

#esallenrechtmachen

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Foto: Imago Images

Es allen recht zu machen, das versucht Angela Merkel stets. Denn sind nicht alle Menschen gleich? Gut, manche sind gleicher. Dieser Tage nun übertraf sie sich selbst. Im Online-Call mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang zog sie ihr altes FDJ-Hemd an und rief: „Je suis Uigure.“ Genial! Ein Statement, so ziellos und verwirrt, wie sich sonst nur Schauspieler*innen äußern, wenn sie Corona-Videos drehen. Und eben deshalb so glückbringend für alle. „Symbolpolitik at its best“, jubeln deutsche Ministerpräsidenten. „Ein mutiges Signal“, heißt es bei ARD und ZDF. Volkswagen twittert: „Menschenrechte, fahr ab, den Gammel!“ Was die Uiguren von der Sache halten, ist nicht bekannt. Karsten Laske