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The week

from 25. until 1. May 2019

Russland/Nordkorea

Putin als Vermittler

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Foto: Getty Images

Es ist nicht nur ganz einfach, sondern erscheint auch einleuchtend. Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un will Sicherheitsgarantien für sein Land, bevor er auf nuklearen Selbstschutz verzichtet. Auf dem Gipfel mit Kim in Wladiwostok hat Präsident Putin dies als Lösung des Atomkonflikts bezeichnet und seine Vermittlung angeboten. Schließlich hätten Washington und Moskau ein gemeinsames Interesse an einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Wie jetzt bekannt wurde, hatte vor dem Treffen im Osten Russlands bereits ein US-Gesandter in Moskau das Terrain sondiert. Dabei zeichnete sich ab, dass Präsident Trump zu einer erneuten Begegnung mit Kim bereit sein könnte. Lutz Herden

Bankenfusion abgeblasen

Oh-oh, Olaf

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Foto: Picture Alliance/AP Photo

Finanzminister Olaf Scholz hatte monatelang Druck gemacht: Deutschland brauche eine Superbank, weswegen die Deutsche Bank und die Commerzbank – beide Schatten ihres Vorkrisenselbst – fusionieren sollten. Manche Leitartiklerinnen hatten widersprochen, was mische sich Scholz ein, die Gewerkschaften gewarnt, Zehntausende Jobs wären bedroht. Am Donnerstag nun gaben Deutsche und Commerzbank bekannt, die Fusion sei abgeblasen, weil sie „keinen ausreichenden Mehrwert“ böte, jedenfalls nicht für die Karriere-Aussichten ihrer Chefs, kann man mutmaßen. Inzwischen heißt es, Interesse an der Commerzbank gebe es in Italien und den Niederlanden. Pepe Egger

The Clockwork Condition

Wetsch für die Fecks

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Foto: Picture Alliance/Mary Evans Picture Alliance

Große Radost! Droogs von Alex wird das Tocktock höherteusen. Andrew Biswell, ein Uhmni in Sachen Literatur, traute seinen Glassis nicht, als er in Manchester ein starriges Manuskript von Anthony Burgess (1917 – 1993) fand. Uhrwerk Orange,das seit der Verfilmung1971 durch Stanley KubrickMillionen Fecks im Globovision gesmottet haben, hat eine Fortsetzung. The Clockwork Condition ist aber kein Roman. Das Wetsch ist eher eine philosophische Abhandlung, Burgess rabottete daran 1972/73. Ein Verleger hatte viel Deng für jeden Text, der die Worte „Clockwork“ und „Orange“ im Titel trug, geboten, berichten britische Gasettas. Wann es rauskommt? Abwarten und Tschai pitschen. Mladen Gladić

Rüstung

Gelder zu Schwertern

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Foto: Getty Images

Bei den weltweiten Rüstungsausgaben setzt sich ein Trend fort: Während die USA 2018 ihren Posten als Spitzenreiter mit 649 Milliarden Dollar um 4,6 Prozent ausbauten (mehr als ein Drittel des globalen Rüstungsetats), investierte Russland aufgrund der wirtschaftlichen Situation erneut weniger in das Militär. Wie das Stockholmer Friedensinstitut SIPRI in seinem neuen Bericht angibt, verließ das Land damit die Top Fünf. Auf Platz zwei liegt China mit 250 Milliarden Dollar, auf Platz drei Saudi-Arabien. Deutschland überholte mit Militärausgaben von 49,5 Milliarden Dollar (plus 1,8 Prozent) Japan und steht nun an achter Stelle. Weltweit stiegen die Rüstungsausgaben um 2,6 Prozent. Elsa Koester

Lybien/Frankfreich

Harter Schnitt

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Foto: Getty Images

Der in Tripolis residierende Premier al-Sarradsch (Foto) entschließt sich gegenüber Frankreich zum Bruch. Ab sofort seien alle bilateralen Übereinkünfte storniert, gibt sein Innenminister bekannt. Zur Begründung heißt es, Paris sekundiere dem auf Tripolis vorrückenden Marschall Haftar. In der Tat hat die Regierung Macron aus ihren Sympathien für den Führer der Widerstandsfront gegen al-Sarradsch nie ein Hehl gemacht. Frankreich verkauft seit Jahren Waffen an Saudi-Arabien und Ägypten, die aus unterschiedlichen Gründen zu den Unterstützern Haftars zählen. Auch dessen Armee hatte trotz des UN-Embargos immer wieder Kriegsgerät französischer Herkunft erwerben können. Lutz Herden