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Tomate, flieg!

Als sich der Philosophiestudent Matthias Jung 1968 mit dem Motto „Coito ergo sum“ in der Zeitschrift akut zum akademischen Aufklärungsguru aufschwang, schollen ihm nicht etwa Sexismusvorwürfe entgegen. Sein Einstand wurde vielmehr mit einem fröhlichen „Bumms-Heil“ begrüßt. Fünfzig Jahre später sieht die Lage zuweilen anders aus. Studentinnen reklamieren Safe Spaces, es gibt „Awareness Rooms“, in denen ein sorgsamerer Umgang mit Sprache gefordert wird. Satirischer Sprachgebrauch, Gedichte und phalluszentrierter Sex stehen zur Debatte. Fünfzig Jahre später mündet der Angriff der 68er auf herrschende Tabus, Autoritäten und verkrustete gesellschaftliche Strukturen in diverse Gruppenbefindlichkeiten – könnte man meinen. Was ist passiert, dass das radikale Stürmen und Drängen in linguistische…

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