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„Friedlich ist nicht besser“

Sein Buch heißt Konsum und Gewalt – Radikaler Protest in der Bundesrepublik, darin zeichnet der Historiker Alexander Sedlmaier die Entwicklung der Konsumkritik in der Bundesrepublik nach – vom ersten Kaufhausbrand, von Ladendiebstählen, Schwarzfahrerei und Boykott bis zum Häuserkampf in den 1980er-Jahren. Die Frage ist, was haben die Proteste heute mit uns zu tun?

der Freitag: Herr Sedlmaier, vergangenes Jahr wurde bei den G20-Protesten in Hamburg auch ein Supermarkt geplündert. Es erinnerte an die Traditionen der Sechziger- und Siebzigerjahre.

Alexander Sedlmaier: Ich sehe da eher eine Kontinuität. Man kann eine stetige Linie von Protestereignissen erkennen, die sich in sogenannten Scherbendemos, im Zerschlagen von Scheiben, in dem, was verkürzend Randale genannt wird, äußerten – also …

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